Kreuzotter / Vipera berus
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtier (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Viper (Viperidae)
Gattung: echte Ottern (Vipera)
Art: Kreuzotter (Vipera berus)
Kreuzotter / Vipera berus
Lebensraum
Die Kreuzotter hat das größte und nördlichste Verbreitungsgebiet der Gattung Ottern. Ihr Verbreitungsgebiet umfaßt Mittel- und Nordeuropa. In den folgenden Ländern sind die Kreuzottern beheimatet.
Großbritanien, den Skandinavischen Länder, Polen, Ungarn, Tschechische Rep. und dem nördlichen Russland.
In Deutschland ist sie häufig im Norddeutschen Tiefland, in den östlichen Mittelgebirgen sowie in Teilen Süddeutschlands (z. B. Schwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerischer Wald, Alpen mit Vorland) anzutreffen.
Verblüffenderweise kommt sie nicht in NRW (außer dem Norden), Rheinland-Pfalz und den Saarland vor.
Aber:
Interessante Beobachtung von: Monika Kaspar
Ich lebe im nördliche Saarland und dort gibt es - entgegen der Aussage hier - Kreuzottern, sogar in unserem Garten (liegt an einem Bachlauf). Da wir nur wenige km von der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz weg wohnen, denke ich, dass es auch dort Kreuzottern gibt.
Ich denke in laufe der Zeit haben sich die Verbreitungsgebiete der Vipera beru,s auch in diese Bundesländer verlagert.
Vielen Dank !
Sie lebt dort wo es für Reptilien eher zu kühl ist. Die Kreuzotter trifft man häufig an Seen, Flüssen, Kanälen, Tümpeln, Mooren, Wäldern und noch an anderen feuchten Stellen. An diesen Stellen ist sie sehr häufig auf Steinen oder auf den Grasboden zu finden. Dort wärmt sie sich am Morgen auf.
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Beschreibung
Die Kreuzotter ist eine kurze und gedrungende Schlange. Der Kopf ist untypischerweise nur schwach vom restlichen Körper abgesetzt. Die durchschnittliche Körperlänge beträgt ca. 60-70 cm. Die Männchen sind deutlich kleiner als die Weibchen.
Die Färbung der Kreuzotter ist sehr unterschiedlich und so kommen verschiedene Farbmuster zustande. Die allgemeine Färbung kann von silbergrau und gelb über hell- und dunkelgrau, braun, blau-grau, orange, rotbraun und kupferrot bis schwarz bestehen.
Einige Forscher beschreiben anhand der Kreuzotter sexuelle Dichromatismus. Das heißt das die männlichen Tiere häufig verschiedene Grautöne von weißgrau bis fast schwarz, zudem ist der Kontrast zwischen Grundfarbe und der Zeichnung bei ihnen meist stärker ausgeprägt als bei den Weibchen.
Bei den Weibchen kommen verschiedene Braun-, Rot- oder Beigetöne vor und der Kontrast zwischen heller Grundfarbe und dunklem Zickzackband ist meist etwas geringer.
Der Kopf der Kreuzotter unterscheidet sich sehr von den der Nattern. So sind bei der Kreuzotter viele kleine Kopfschuppen vorhanden. Bei den Nattern eher große Kopfschuppen. Die Linse ist spaltförmig und ähnelt eher nachtaktiven Tieren.Die Kreuzotter ist aber eine tagaktive Schlange, die bei großer Hitze zur Abendaktivität übergeht.
Die Kreuzotter ist ein Lauerjäger. Das heißt das die Schlange gut getarnt auf ihre Beute wartet.
Wie ihre Name schon sagt, hat sie auf den Rücken ein Zickzackmuster.
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a) Giftigkeit
Die Kreuzotter gehört wie ihr Name schon sagt zu den Ottern. Das Gift der Kreuzotter ist dreifach so stark wie das der östlichen Diamantklapperschlange. Doch kann sie nur sehr wenig Gift abgeben und ist so für einen erwachsenen Menschen ungefährlich.
Wie alle Vipern besitzt auch die Kreuzotter zwei Giftzähne die sich im Oberkiefer befinden. Die Giftzähne sind im Ruhezustand in den Schleimhäuten untergebracht. Wenn die Zähne gebraucht werden, können sie mit Hilfe von Muskeln ausgeklappt werden. Die Giftzähne funktionieren ähnlich wie Injektionsnadeln.
Ihr Gift weißt eine neurotoxische und hämotoxische Wirkung auf und dient der Tötung und Vorverdauung der Beute und zur Abwehr von Feinden.
Das Gift ist für erwachsene, gesunde Menschen ungefährlich. Kinder, kranke und alte Menschen sollten einen Biss vermeiden Folgende Symtome können bei gebissenen Menschen auftreten:
- örtliche Schwellung
- lokale Schmerzen
- Lymphknotenentzündung
- Übelkeit
- Erbrechen
- Kopfschmerzen
- Schweißausbrüche
- schneller und schwacher Puls
- Atembeschwerden
Die Symtome werden bei hektischen und schnellen Bewegungen verstärkt, da sich das Gift schneller im Körper verteilen kann. Nach einem Biss ist Ruhe zu bewahren.
Unbedingt einen Arzt aufsuchen, auch wenn es sich bei den meisten Fällen um einen trockenen Biss handelt. Bei trockenen Bissen wird kein Gift injektziert, dies hat für die Schlange den Vorteil das sie ihr wertvolles Gift nicht verschwendet.
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Ernährung
In der freien Natur ernähren sich die Kreuzottern überwiegend von Kleinsäugern, wie zum Beispiel Mäuse, Ratten oder auch mal einen Maulwurf. Vögel, Amphibien, kleine Eidechsen und Blindschleichen gehören ebenfalls zu ihrer Beute.
Wenn sich ein Beutetier nähert beißt sie zu und injektziert das Gift. Nach dem Biss zieht sie sich zurück und wartet bis das Tier tot ist. Nach einiger Zeit verfolgt sie die Spur mit Hilfe der Zunge und den Jacobson´sche Organ. Wenn sie das Tier gefunden hat wird es verschlungen.
Bei Amphibien kann es vorkommen das die Schlange das Tier gar nicht mehr losläßt. Dies kann daran liegen das sie die Spur des Tieres nicht verfolgen könnte.
Jungschlangen der Kreuzotter ernähren sich überwiegen von kleinen Mäusen, kleinen Amphibien, Blindschleichen und kleinen Eidechsen.
Lebensweise
Wie schon erwähnt ist die Kreuzotter eine tagaktive Schlange, die an heißen Sommertagen zur Dämmerungsaktivität übergeht. Morgens und abends wird sich die Schlange in die Sonne legen um sich aufzuwärmen. Die optimale Temperatur zum Aufwärmen der Schlange liegt bei 30-33°. Wenn das Wetter schwül und warm oder es stark geregnet hat ist die Kreuzotter besonders aktiv, Wind wird von ihr gemieden.
Bei Bedrohung versucht das Tier zuerst zu fliehen, hilft das nicht reagiert die Schlange mit Zischlauten und mit Bissen.
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Fortpflanzung
Bevor die Paarung stattfinden kann, wird eine Winterruhe von vier- bis sieben Monaten durchgefürt. In den nordlichen Verbreitungsgebieten hält die Kreuzotter bis zu acht Monate Winterruhe. Häufig kommen viele Kreuzottern zusammen um gemeinsam im Erdreich zu überwintern. Manchmal kommen auch andere Reptilien zu den Kreuzottern um gemeinsam mit ihnen zu überwintern.
In Deutschland beginnt die Winterruhe Ende Oktober und endet Mitte bis Ende Februar. Die Länge der Winterruhe variiert je nach der Witterung.
Nach der Winterruhe im April und Mai finden die Paarungen statt. In der Paarungszeit kommt es zwischen den Männchen zu Konkurrentkämpfen. Bei diesen Kämpfen sind die Männchen aufgerichtet und versuchen das gegenüberliegende Männchen runterzudrücken.
Die Kreuzotter ist wie die Thamnophis eine ovovivipare Schlangen, das heißt die Schlange brütet die Eier in ihr aus. So kommen die Tiere in August und Oktober auf die Welt. Nach der Geburt müssen nur noch die Tiere die Eihülle durchstoßen. Die duchschnittliche Wurfgröße einer Kreuzotter liegt bei 5-15 Tieren. Von Geburt an sind die Jungtiere auf sich selbst gestellt.
Kreuzotter Artenschutz
Die Kreuzotter wird durch Baumaßnahmen, Waldrodungen und versprühen von Pestiziden stark bedroht. Deswegen steht sie unter Naturschutz und darf nicht getötet oder gefangen werden. Halter dieser Schlangenart müssen sehr Strenge Auflagen erfüllen.
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Haltung
Zusammenfassung:
Schutzstatus: jedes Bundesland hat andere Bestimmungen.
Terrarienart: Geräumiges halbfeuchtes Terrarium. 100x60x50 cm.
Einrichtung: Ein Spot der 1/3 des Terrarium auf ca. 30 °C bringt. Einmal im Monat kann die Schlange eine UV-bestrahlung erhalten. Der Boden sollte aus Walderde oder Buchenspäne bestehen. Ich habe gute Erfahrungen mit M&S Reptile-Wood Fine gemacht. Wie der Name schon sagt muss unbedingt ein großes Wassergefäss vorhanden sein. Einige Äste und Korkplatten runden die Einrichtung ab. Luftfeuchte von 50-60%.
Ernährung: Die Hauptnahrung besteht aus Mäusen. Die Futtermenge, Größe und Häufigkeit der Fütterung hängt von dem Alter der Schlange ab.
Jungschlangen werden jeden dritten bis vierten Tag gefüttert.
Ausgewachsende Schlangen alle 10 Tage.
Die Größe der Beute darf möglichst nicht den Umfang des Bauches übersteigen.
Die Haltung im Terrarium ist sehr schwer!!! Oft wird die Nahrung verweigert.